Torsionssteife Lamellenkupplungen

Die Anwendungsgebiete für Lamellenkupplungen sind vielfältig. So finden diese nicht nur im allgemeinen Maschinenbau ihren Einsatz, sondern beispielsweise auch in vielen Pumpenapplikationen. Um passgenaue Kupplungslösungen für die jeweiligen Anforderungen zu bieten, verfügt die R+W Antriebselemente GmbH über zahlreiche Modellvarianten, welche in vielen unterschiedlichen Größen und Optionsmöglichkeiten bezogen werden können.

 

R+W-Lamellenkupplungen der Modellreihe LP sind robuste, torsionssteife und wartungsfreie Ganzstahlkupplungen, die zur Drehmomentübertragung sowie zum Ausgleich von Wellenversätzen genutzt werden. Aufgrund der Verwendung hochfester Materialien weisen alle Modellreihen eine hohe Leistungsdichte auf. Die kompakten Kupplungen können in einem Temperaturbereich von -30 bis +280 Grad Celsius eingesetzt werden und eignen sich somit auch für extreme Temperaturen. Für explosionsgefährdete Bereiche sind diese zudem als ATEX-Version in Kürze verfügbar. Lamellenkupplungen von R+W sind durchgängig mit Sechslochlamellen aus hochelastischem Federstahl ausgestattet, welche im Paket Wellenversätze ausgleichen können. Zur Befestigung des Lamellenpakets werden hochfeste Schrauben eingesetzt. Diese übertragen das Drehmoment über den Reibschluss, was eine spielfreie Drehmomentübertragung im Lamellenpaket garantiert. Mikrobewegungen in der Anbindung zur Lamelle werden so vermieden und die Gesamtsteifigkeit wird gesteigert. Aufgrund der Ausgleichsmöglichkeit des Lamellenpakets können die Kupplungen sowohl angularen als auch axialen Wellenversatz ausgleichen. Ist die Kupplung doppelkardanisch mit zwei Lamellenpaketen ausgeführt, kann zudem ein lateraler Wellenversatz ausgeglichen werden. Um den unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Einsatzgebiete gerecht zu werden, verfügt R+W über zahlreiche Baureihen, die bereits in den jeweiligen Standardausführungen für viele Anwendungen geeignet sind.

Variantenreiche Modellreihe

Kupplungen der LP1-Baureihe verfügen über zwei präzise gefertigte Kupplungsnaben, die mittels Buchsen und hochfesten Schrauben mit dem Lamellenpaket verbunden sind. Die axiale Fixierung auf den Wellen erfolgt über Klemmschrauben, die über den Passfedernuten in den Kupplungsnaben eingebracht sind. Aufgrund ihrer einfach kardanischen Bauform wird die LP1-Kupplung oftmals dort eingesetzt, wo eine sehr hohe Torsionssteife gefordert ist. Axiale sowie angulare Versätze können zudem ausgeglichen werden.

Im Gegensatz zur LP1-Baureihe verfügt die LP2 über zwei Lamellenpakete sowie über ein Zwischenrohr, welches auf Anfrage in kundenspezifischen Längen erhältlich ist. Aufgrund ihres doppelkardanischen Designs können diese Kupplungen auch lateralen Versatz ausgleichen. Oft werden sie eingesetzt, um eine größere Distanz zu überbrücken. Da sie montiert werden können, ohne dass die zu verbindenden Komponenten, wie beispielsweise Motor und Pumpe, bewegt werden müssen, spart ihr Einsatz Zeit und Aufwand. Lamellenkupplungen der Baureihen LP1 und LP2 stehen in zwölf verschiedenen Größen, für Nenndrehmomente von 350 bis 12.000 Nm zur Verfügung.

Mit den LP3 (doppelkardanisch) und LP4 (einfachkardanisch) Modellreihen hat R+W des Weiteren spielfreie Lamellenkupplungen mit Konusklemmnaben im Angebot, welche aufgrund ihrer symmetrischen Konusklemmnaben über sehr hohe Klemmkräfte verfügen. Diese eignen sich infolgedessen insbesondere für Reversierantriebe, beziehungsweise für Applikationen mit hohen Drehzahlen. Beide Baureihen sind in unterschiedlichen Baugrößen für Nenndrehmomente von 500 bis 12.000 Nm erhältlich.

Um viele kundenindividuelle Anforderungen noch besser bedienen zu können, stehen mit der Baureihe LPZ zudem kompakte, doppelkardansiche Zwischenstücke zur Verfügung. Diese können aufgrund des R+W Baukastensystems leicht mit den verschiedenen Nabentypen der LP-Modellreihe, wie beispielsweise mit Konusklemmnaben oder Naben für Passfederverbindungen, kombiniert werden. Somit können standardmäßig schnell und einfach anforderungsspezifische Kupplungslösungen konfiguriert werden, welche das Drehmoment sehr torsionssteif übertragen.

Lamellenkupplungen nach API 610 und 671

Eine spezielle Ausführung in der LP-Baureihe ist das Modell LPA. Die doppelkardanischen Kupplungen mit jeweils zwei Lamellenpaketen und einem Zwischenstück wurden für die Serienausführung nach dem Standard API 610 konstruiert und sind mit Passfederverbindung für direkte Antriebe erhältlich. Die Richtlinien des American Petroleum Institute (API) stellen Standards weit über die USA hinaus dar und werden weltweit genutzt. LPA-Kupplungen entsprechen damit den allgemeinen Verordnungen für Applikationen in der Chemie und Petrochemie. In der API 610 werden konstruktive Richtlinien festgelegt, welche zum Beispiel die Materialien, die Wuchtung oder die Fangsicherung betreffen. Die Umsetzung kann jedoch unterschiedlich ausfallen. Bei den Kupplungen aus der Modellriehe LPA ist das Zwischenstück radial durch eine Komponente gesichert, welche die Fangsicherheit und die Notlaufeigenschaften bei einem etwaigen Lamellenbruch gewährleistet. Das radial herausnehmbare Zwischenstück ist so konstruiert, dass es ohne Bewegung der Naben demontiert werden kann. Bei Lieferung ist dieses immer fertig montiert. Lamellenkupplungen der LPA-Reihe sind in sechs verschiedenen Größen, für Nenndrehmomente von 500 bis 12.000 Nm sowie in metrischen wie auch imperialen Versionen erhältlich. Sie entsprechen in ihrer Wuchtgüte mindestens der AGMA 9000-Klasse 9, welche eine Richtlinie zum Wuchten von Kupplungen darstellt. Als Sonderanfertigung sind darüber hinaus auch Kupplungen für Spezialanwendungen nach API 671 möglich.

Weitere Ausführungen und Optionen

Das breite Sortiment der R+W Lamellenkupplungen wird darüber hinaus durch zahlreiche Optionsmöglichkeiten und Sonderlösungen ergänzt. So können diese beispielsweise auch mit Klemmnaben, geteilten Klemmnaben (Halbschalen), Flanschanbindungen, mit elektrischer Isolierung oder als gewuchtete Ausführung für hohe Drehzahlen bezogen werden. Individuelle Sonderlösungen, wie beispielsweise mit CFK-Zwischenrohr, als Edelstahlversion oder mit speziellen Oberflächenbeschichtungen, sind zudem auf Anfrage möglich.

Autor: Dirk Hasenstab

 

 

Bildverzeichnis


Bild 1: Die einfachkardanischen Lamellenkupplungen aus der Modellreihe LP1 sind besonders torsionssteif.

Bild 2: Lamellenkupplungen der Baureihe LP2 können mit individuell angepassten Zwischenstücken bezogen werden.

Bild 3: Die spielfreien LP3 Kupplungen sind unteranderem für Reversierantriebe geeignet.

Bild 4: LP4 Kupplungen sind spielfrei, kompakt und extrem torsionssteif.

Bild 5: Mithilfe der Verbindungsplatte LPZ können verschiedene Nabentypen kombiniert werden. Bild 6: Die Lamellenkupplungen der Modellreihe LPA sind für API Standard Antriebe geeignet und sind in metrischen als auch in imperialen Ausführungen erhältlich.

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